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16.5.2004 Bunte Linke - Bündnis für Demokratie, Solidarität, Umwelt und Frieden
Postfach 12 01 65
An (Brief ging an: CDU, SPD, B90/Die Grünen, FDP, FWV, Die Heidelberger, ÖDP und die OB)
Berufsverbot für einen Heidelberger LehrerSehr geehrte Damen und Herren,wir haben mit völligem Unverständnis zur Kenntnis genommen, dass der Realschullehrer Michael Csaszkóczy eine Vorladung zu einer Anhörung beim Oberschulamt erhalten hat, weil Erkenntnisse" vorlägen, die Zweifel erwecken könnten, dass er jederzeit für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung einträte. Diese "Erkenntnisse" beziehen sich - soweit sie uns bekannt sind - auf Teilnahme an und Anmeldung von Demonstrationen für bedrohte Flüchtlinge oder gegen Mietwucher und Wohnraumzerstörung, den Einsatz zugunsten des Fortbestands des Autonomen Zentrums und seine Teilnahme an Aktionen gegen Aufmärsche von Neo-Nazis, sowie auf seine Teilnahme an Demonstrationen gegen den Irak-Krieg. All diese Aktivitäten entsprechen einem demokratischen, sozialen und gesellschaftlichen Engagement und lassen in keiner Weise darauf schließen, Michael Csaszkóczy träte nicht für eine freiheitliche Demokratie ein. Wir haben uns in dieser Angelegenheit an Frau Ministerin Dr. Anette Schavan gewandt und ihr unsere tiefe Besorgnis über diesen Vorgang mitgeteilt, der geeignet ist, den Eindruck zu vermitteln, dass nicht das demokratische Engagement einen Bewerber zum Lehreramt qualifiziert, sondern Passivität und Gleichgültigkeit, dass demokratisches Engagement und Eintreten gegen neonazistische und antisemitische Umtriebe heute in Deutschland Grund sein könnte für Berufsverbot. Wir legen Ihnen das Schreiben an die Frau Ministerin bei. Wir bitten Sie und fordern Sie auf, sich diesem Schritt anzuschließen und in gleicher Weise bei Frau Ministerin Schavan vorstellig zu werden. Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Jutta Lindenborn |
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