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März 2004 GEW Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg studis.erlangen-nuernberg@bayern.gew.de Berufsverbot 2004 die FortsetzungEin Heidelberger Lehrer wird vom Verfassungsschutz und dem Oberschulamt Karlsruhe überprüft - einstweiliger Einstellungsstopp gegen ihn verhängt.
Der Lehrer Michael C., seit rund zehn Jahren in der Antikriegsbewegung aktiv und Mitglied in Organisationen
wie der GEW oder der Roten Hilfe e.V., wird momentan - bevor er die ihm bewilligte Stelle an einer Baden-
Württembergischen Realschule ausfüllen kann - auf seine Loyalität zur bundesrepublikanischen Verfassung hin
überprüft. Mit dem aktuellen Einstellungsstopp von Michael C. wird die repressive Personalpolitik in der
Tradition des Radikalenerlasses von 1972 (Berufsverbot für politisch unliebsame Staatsbedienstete) weiter
fortgesetzt. Mit seinem blütenweißem Führungszeugnis und keinerlei Eintragungen im Bundeszentralregister ist
er ein friedensbewegter Aktivist von vielen, welche immer wieder in die Mühlen des Staatsschutzes und in
diesem Fall auch der Schulbehörden geraten. Antifaschistische Einstellung wird möglicherweise zum Verhängnis Da Michael C. aus seiner antifaschistischen Einstellung kein Geheimnis machte und auch offen gegen Naziaufmärschen auf die Straße ging, wird ihm diese politische Ausrichtung nun möglicherweise zum beruflichen Verhängnis. Er wurde gebeten persönlich zu den Informationen, die über ihn beim Staatsschutz bekannt sind Stellung zu nehmen. Ganz persönliche Konsequenzen aus dem laufenden Verfahren hat er allerdings jetzt schon, er ist seit Anfang Februar 2004 erwerbslos. Arbeitslosengeld kann er nicht erhalten, da er als ehemaliger Referendar hierfür keinen Anspruch gelten machen kann. Angesichts dieses aktuellen Falles machten die GEW Heidelberg, viele andere Organisationen und das Solidaritätskomitee vor Ort darauf aufmerksam, dass staatliche Instanzen immer wieder versuchen linke Akteure zu schikanieren, beruflich auszuschließen und damit gesellschaftlich zu isolieren. Bequeme Diagnose
Die Meinungs- und Berufsfreiheit darf nicht durch staatliche Willkür und Hetze gegen linke AktivistInnen
weiterhin gefährdet werden. Sollte es sich bei der BRD um einen demokratischen Staat handeln, der aus den
Erfahrungen von 1933 und danach gelernt haben will, muss er dies in all seinem täglichen Handeln beweisen
und überprüfbar machen. Die Kriminalisierung des offenen Bekenntnisses zum Antifaschismus ist ein sehr
deutlicher Beweis dafür, was für ein Demokratieverständnis sich die BRD aufgebaut hat. Wenn den
AntifaschistInnen - fortwährend populistisch in Szene gesetzt - Gewaltbereitschaft und andere
Militanzsynonyme wie Schwarzer Block als Profil zugewiesen wird, gelangen die wirklichen Inhalte nicht mehr
in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Als oberflächliches aber bequemes Fazit wird alleine Extremismus,
Terrorismus oder jugendliche Destruktivität diagnostiziert. Mit diesen Schlagworten kann dann die
Stimmung gegen die unliebsamen Linken angeheizt werden und fast alle sind beruhigt und müssen nicht
weiter nachdenken, der Staat hat ja schließlich alles unter Kontrolle. Alles? |
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