Kritik an drohendem Berufsverbot

Laut Pressebericht der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 5. Mai hat das Kultusministerium bzw. - das Oberschulamt Karlsruhe dem Realschullehrer Michael Csaszkoczy aus Heidelberg die Übernahme in den Schuldienst verweigert, obwohl er als Einser-Examenskandidat zum 1. 2. 2004 hätte eingestellt werden können. Die Ablehnung wurde - so Theresia Bauer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen - mit Zweifeln daran begründet, ob Michael Csaszkóczy jederzeit bereit sei, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik einzutreten. Die Abgeordnete fragt in einem Schreiben an die Kultusministerin Schavan u.a., ob es zutrifft, dass der Lehramtsbewerber seit 15 Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wurde? Neben einem Bericht in der Landesschau hatte Mitte Mai auch der bundesweit bekannte Politik-wisssenschaftler Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr im Namen des Komi-tees für Grundrechte und Demokratie den Fall Csaszkóczy in die Öffentlichkeit gebracht. Narr wandte sich mit einem offenen Brief an die Kultusministerin.

Die GEW Baden-Württemberg hat bereits auf ihrer Landesdelegiertenversammlung im März vor dem Hintergrund des Falles ihre Beschlüsse gegen Berufsverbote bekräftigt. Wir werden den Fall im Blick behalten und in den nächsten Ausgaben der b&w über den weiteren Fortgang berichten.

b&w 6/2004
(Zeitschrift der GEW Baden-Württemberg)



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